Wie kann man Plexiglas kleben?

Plexiglas bzw. Acrylglas besteht aus dem Kunststoff PMMA. Dieser Stoff ist lösungsmittellöslich und polar, dadurch lässt er sich sehr gut kleben. Geeignet sind prinzipiell alle Lösemittelkleber, Klebelack oder 2-Komponentenkleber.

Letzterer ist gut für den Außenbereich geeignet. 2-Komponentenkleber (auch Reaktionsklebestoffe genannt) härte durch eine chemische Reaktion aus und führen zu optisch ansprechenden und hochfesten Verbindungen. Lesemittelkleber haben den Vorteil, dass sie schnell aushärten und somit eine schnelle Standfestigkeit bei den gefügten Teilen erreichen.

Wenn Sie Plexiglas kleben möchten, verwenden Sie am besten einen für Polystyrol und Acryl geeigneten Kleber. Verfahren Sie bei der Anwendung nach den Angaben des Herstellers.

So erreichen Sie beim Kleben von Plexiglas die besten Ergebnisse:

  1. Ziehen die die Schutzfolie von den Acrylglas-Platten bzw. dem Material ab.
  2. Reinigen sie die Klebestellen mit Feuerzeugbenzin oder Isopropanol (Isopropylalkohol, gibt es in Apotheken)
  3. Sie können eine Hilfskontruktion wie im Video erstellen. Eine dünner Pappkarton lässt einen ca. 0,5 mm großne Luftraum zwischen den beiden Werkstücken. Fixieren Sie die Werkstücke.
  4. Ziehen den den Acrylglaskleber an der Kante der beiden Werkstücke entland. Der Kleber fliesst in die Lücke und härtet transparent und unsichtbar aus.
  5. Wenn Sie zwei Acrylglasstücke vollflächig verkleben möchten, reinigen Sie die Schnittkanten wieder mit Feuerzeugbenzin oder Isopropanol. Dann tragen Sie Acrylglaskleber nur auf einem der Werkstücke auf.
  6. Wenn Sie großflächig Plexiglas verkleben möchten, tragen Sie schlaufenformig Bausilikon auf (nur beim blickdichten Verkleben. Die Klebefugen bleiben bei dieser Methode sonst sichtbar). Nach Auftragen des Klebstoff dann die Werkstücke aufeinander legen und den Acrylglaskleber abbinden lassen.

Empfehlenswerte Produkte zum Plexiglas kleben:

Wenn Sie Plexiglas kleben möchten, ist vor allem der „ACRIFIX 1 R 0192“ (unten das ganz linke Produkt) zu empfehlen. Acrifix härtet nach Abschluss des Klebevorgang vollständig transparent und ohne sichtbare Klebenähte aus. Das normale Tageslicht reicht für die benötigte UV-Strahlung bereits aus. Der Kleber Acrifix ist quasi flüssiges Plexiglas. Zudem ist es noch sehr günstig.

Da es sich um einen glasklaren Kleber handelt, der durch Tages-UV-Licht härtend ist (sog. lichthärtend), sollten bzw. müssen Sie die fixierten Teile für mindestens eine Stunde (besser einen ganzen Tag) in die Sonne legen. Lichthärtend kann auch eine UV-Lampe sein. Wenn Sie so eine besitzen können Sie natürlich auch diese nutzen.

Plexiglas- bzw. Acrylglaskleber aus dem Hause Evonik.

2-Komponenten-Kleber

Pattex Spezialkleber für Kunststoff

klarer 2K Acrylglaskleber

klassischer Acrylglaskleber

Acrifix 192 ist ein 1-Komponenten-Polymerisation Klebstoff. Er besteht aus eine schwach violetten, transparenten, viskosen Lösung eines Acrylharzes in Methacrylsäuremethylester. Unter UV-Strahlung polymerisiert (er bindet ab, härtet aus) Acryl.

Video über das Thema "Acrylglas kleben" bzw. Plexiglas kleben.

Zusammenfassung:

Wenn man Plexiglas verkleben möchte, muss ein klarer Klebstoff verwendet werden, der lichthärtend ist, damit die Klebenähte unsichtbar sind. Dieser Kunststoff muss häufig große mechanische Belastungen aushalten (man denke z.B. an Regalböden im Acrylglas-Regal oder die Abdeckhaube von einem Plattenspieler. Daher braucht Plexiglas einen speziellen Kleber, der diesen Ansprüchen genügt.

Verwenden Sie  keinen Standardkleber wie UHU oder Pattex (es sei den, die speziell für Acryl geeigneten Kunststoffkleber wie Pattex Plastic: Dabei handelt sich dabei um einen einkomponentigen, lösemittelhaltigen Kleber, der die Acrylglasflächen durch Anlösen verschweißt). Es hält nicht besonders gut und sieht bescheiden aus.

Schutzkleidung oder spezielle Handschuhe sind bei der Verwendung von Acrylglaskleber nicht erforderlich. Jedoch sollten Sie den Raum, in dem der Kleber verwendet wird, gut gelüftet sein oder sich lüften lassen.

Im Idealfall führen Sie eine Probeklebung mit zwei Stücken durch, an dem man das Ergebnis nicht direkt sieht.